In jüngster Zeit wird – nicht zuletzt durch die Publikationen Daniel Goldhagens – behauptet, daß der Holocaust ein offenes Geheimnis gewesen sei. Der angesehene Völkerrechtler, Alfred M. de Zayas, der auch mehrere wichtige Werke über die deutschen Vertriebenen verfaßt hat, ist dieser Frage nachgegangen. Das Ergebnis eindeutig: Nicht nur unter der deutschen Bevölkerung, auch unter hohen und höchsten politischen, wirtschaftlichen und militärischen Führern des Dritten Reiches waren höchstens einzelne Mosaiksteinchen der Judenverfolgung bekannt, aber keine allgemeinen Kenntnisse ihres Umfangs und ihrer Methoden verbreitet, ja nicht einmal im Ausland oder bei internationalen jüdischen Organisationen. Die heute erschreckenderweise viel stärker als nach Kriegsende verbreitete Kollektivschuldthese weist der Autor daher als gravierende Verletzung der Menschenrechte zurück. Ein wichtiges Buch!